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  • svetlanaoskanyan

Hilfe, ich habe Angst, wenn mein Kind zu hoch klettert

Aktualisiert: 17. Jan.

Wir Eltern kennen das: das Kind traut sich und klettert höher und höher auf ein Gerüst. Wir müssen die Hände nach oben strecken um das Kind zu „sichern“ und irgendwann können wir unser Kleines gar nicht mehr erreichen, so hoch hat es geklettert. Vielleicht musstest du schon mal selber hochklettern, um dem Kind nach unten zu helfen? Oder unterbrichst du die Kletterversuche schon viel früher, weil du dich nicht sicher fühlst, wenn das Kind sich traut.

Ängstlichkeit der Eltern kann dazu führen, dass das Kind auch ängstlich wird und sich nicht traut.

Hier ein paar Tipps, wie man gleichzeitig das Kind schützt und es ermutigt, sich Herausforderungen zu stellen?


1. Auf den Spielplätzen ist ein weicher Gummiboden oder Sand für mehr Sicherheit verlegt. Zuhause soll auch eine sichere Umgebung geschaffen werden. Heutzutage gibt es dafür so viele Möglichkeiten: Eckschutz, Bodenmatten, Steckdosenschutz, Fensterschutz. Es sollen keine schweren und zerbrechlichen Gegenstände dort sein, wo die Kinder spielen. Wenn ein Eck oder ein Möbelstück oder eine Wand potenzielle Gefahr darstellt, sollen die Kinder ausdrücklich VOR dem Spielen darauf aufmerksam gemacht werden. Schließlich kann man auf harte Gegenstände einen Kissen, ein Stück Schaumstoff, eine Schwimmnudel oder Ähnliches draufkleben. Es werden auch fertige professionelle und schöne Wand- und Bodenschutzlösungen im Handel angeboten.


2. Barfuß klettern und spielen lassen, die Rutschgefahr ist dann viel kleiner. Außerdem stehen wir barfuß sicherer auf dem Boden, spüren unser Gewicht besser und es ist einfacher das Gleichgewicht (gleich auf dem Boden und auf den Sprossen) zu halten. Strumpfhose, Overallpajamas und sehr viel (unbequeme) Kleidung können wiederum die Beweglichkeit erschweren.


3. Beobachten. Wie sicher sind die Griffe? Stolpert das Kind, fällt es öfters runter? Woran könnte es liegen? Ist eine Seite besser als die andere? Eltern kennen ihr Kind am besten und sollen genau beobachten, wo potenzielle Gefahren liegen können, um diesen vorbeugen zu können. Sagt dem Kind worauf es aufpassen soll.


4. Richtige Griffe beibringen. Sich fest mit den Händen halten - erst fest mit den Händen greifen, dann eine Stütze für Füße finden. Hängen üben, um beim Verrutschen oder stolpern auf den Händen hängen zu bleiben. Nach oben und nach unten schauen – Abstände und eigene Möglichkeiten einschätzen.


5. Regeln setzen und sich an diese halten:

- Nicht mit dem Essen in der Hand oder im Mund klettern

- Zuhause nur barfuß klettern

- Nicht mit den Spielsachen in der Hand klettern

- Nur so hoch klettern, um SELBER ohne Hilfe runter kommen zu können


6. Die Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen. Wenn man doch eingreifen muss, nicht das Kind sofort runternehmen, sondern mit der Stimme helfen – sagen, was es tun muss und das Kind selber machen lassen.


Selbstständigkeit und das Überwinden von Herausforderungen sind für eine gesunde Entwicklung und ein angemessenes Selbstwertgefühl wichtig. Es wird bereits im Kleinkindalter spielerisch gelernt, wie man mit den Schwierigkeiten umgehen soll, ob die Hindernisse Herausforderungen oder Hemmnisse sind.


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